Kennen Sie Google-Knol?



Da bin ich der absolute Internet- Süchtige und das schon seit den Zeiten, als Browser noch ein Fremdwort waren und man ellenlange Zeichenfolgen eintippen musste um eine Nachricht zu lesen … und dann so was. Ich habe “Knol” verschlafen … wie konnte das denn nur geschehen?

 

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Der AppStore



Er ist umstritten, er wird geliebt, er wird gehasst. In der Mac- Community sind wilde Diskussionen entbrannt ob der AppStore nun das Ende der normalen Applikation oder gar der Freiheit von Kunden und Programmierern bedeutet.

Ich mag Google

Viele Menschen bekommen ein Problem, wenn es um den Datenschutz geht…. vor allem Google tritt dabei immer wieder ins Rampenlicht. Aber geht es wirklich um Google?


Wir leben in einer vernetzen, digitalen Welt … zumindest ein recht beträchtlicher Teil der Erdbevölkerung. “Das Netz” umspannt uns und sorgt dafür, das wir Informationen schneller tauschen können als je zuvor.

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Brot und Spiele

In den letzten Jahren fällt mir auf, ich schaue entweder immer ausgewählter Fernsehen oder lasse mich – wie wohl die Masse – einfach berieseln …. Man darf dabei aber wirklich nicht den Fehler machen und einmal genau hinsehen.

Nehmen wir mal Dinge wie “Das Supertalent” … allein der Titel mit einer Steigerung soll dem geneigten Zuschauer ja schon Qualität garantieren. Trotzdem musste die Show wohl “Talente” gegen Honorar buchen, da die eigentlichen Bewerber zu schwach waren ….

Andere sind da nicht besser. Was in diesem Jahr bei “Popstars” so alles singen durfte wäre bei unserem Dieter im Casting nicht nur rausgeflogen, sondern hätte noch ordentliche Sprüche kassiert. Die Jury ist von Stimmen begeistert, die man anscheinend nur im Studio hören kann.

Aber das können ja mich nur Casting Shows. Eben mal wieder Boxen im Ersten gesehen. Der deutsche Boxer war absolut unterlegen … Aber wer hat gewonnen? Richtig. Ohne einen k.o. Ist das eh alles nur Schiebung .. Und selbst der ist sicherlich käuflich.

Die Dialoge bei den angeblichen Show aus dem richtigen Leben wie Bauer sucht Frau oder Schwiegertochter gesucht sind alles, aber sicherlich nicht realistisch …

… Und bei all dem Bestreben das Volk zu verdummen wundert man sich dann über die Pisa Studie oder das mit vielen Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt nichts mehr anzufangen ist …

Mich wundert das schon lange nicht mehr. Brot und Spiele … Das hat auch bei den alten Römern durchaus funktioniert. Die Geschichte lehrt uns aber, das dies nur von begrenzter Zeit war…

Zwischen Dummheit und Wahnsinn

Da kommt sie nun, die Winterreifenpflicht. Wer hätte das gedacht? Nun – viele Dinge brauchen so ihre Zeit bis sie auf die Menschheit los gelassen werden, aber sind wir mal ehrlich … es wurde Zeit.


Erst in der letzten Woche musste ich ca. 25KM Landstrasse hinter mich bringen. Zwei Zentimeter Schnee hat dazu geführt, das Autofahrer mit Sommerreifen mit 25-30 km/h über die gut ausgebaute Landstrasse schlichen, eine schier endlose Schlange von Scheinwerfern im Rückspiegel.

Ab und zu auch gerne ein PKW im Graben mit einem fluchenden Autofahrer in Sicherheitsweste daneben.


Wieso setzt man sich in einen Wagen mit nicht angepasster Bereifung? Die Leute, die dann Kommentare wie “hab kein Geld” ablassen sind in der Regel Raucher und haben mindestens ein Haustier – die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer scheint ja dann keine Rolle zu spielen.


Ich habe es selbst erlebt. Vor vielen Jahren wie das so ist. Firmenwagen, Firma zu geizig um die PKWs mit Winterreifen zu bestücken, eine lange Fahrt, auf einmal Schnee, immer mehr … und trotz sehr langsamer Fahrt auf der Autobahn gedreht .. Wagen wieder in die Spur gebracht, zur nächsten Rastsstätte geschlichen ( mit Warnblinker an auf dem Standstreifen ) ins Motel, Chef angerufen und darüber informiert, das man nicht weiterfahren wird, bis Schnee weg bzw. geräumt, also am nächsten Tag.


Viel zu gefährlich und leider kein neues Thema.


Daher … lieber Leser … Winterreifen drauf, wenn noch nicht geschehen. “Keine Zeit”, “kein Geld” ist keine Ausrede. Wenn letzteres nicht vorhanden, PKW stehen lassen und Bus/Bahn nutzen.

Menschen wollen besch…. ähm… betrogen werden

Die BILD zeigt ihren Lesern heute, das beim “Supertalent” auf RTL nicht alles mit rechten Dingen zugeht … ach … wirklich?


Viele der angeblichen “Bewerber” mögen einem gewissen Publikum unbekannt sein, doch wer sich in der Online- Welt herumtreibt, hat den einen oder anderen schon längst gesehen. 






Da es – anscheinend – wenig brauchbare Bewerber gibt, muss man nun interessante Kandidaten zum “auffüllen” besorgen.  Aber wen – ausser der direkten RTL- Zielgruppe wundert das denn wirklich? 50cent pro Anruf bei der Abstimmung, 8 Millionen Zuschauer … man kann nur ahnen, wie viele Menschen anrufen, da es bei den meisten nicht nur bei einem Anruf bleiben sollte … da kann man sich als Sender durchaus auch die eine oder andere Gage leisten.


Es handelt sich halt um “Unterhaltungs- TV” für eine bestimmte Zuschauerschicht, die man bedienen möchte … schade, zu meiner Jugend war eigentlich der Samstag Abend ( bei drei Sendern ) das Highlight und z.B. bei “Wetten das?” standen noch die Wetten im Mittelpunkt und nicht der Moderator oder die Gäste bzw. deren Lebensgeschichten … heute hat man 1.000 Programme, toll, aber wirklich finden kann man auch nichts :-(


Ich persönlich schaue immer weniger und ausgewählter Fernsehen. Ist wohl auch besser so, denn auf gekaufte Boxkämpfe, bezahlte “Talente”, gedopte Sportler und weltfremde und dumme Moderatoren kann und möchte ich verzichten.







Der Fall Barschel

Es gibt tatsächlich Menschen die Serien wie “Akte-X” für absoluten Schwachsinn halten. Nun die Autoren eines solchen Unterhaltungsprogammes werden sicherlich ihrer Phantasie freien Lauf lassen, jedoch basieren viele Fälle auf wahren Begebenheiten.
Doch nicht nur in den USA passieren Dinge, die man nicht aufklären kann – oder soll – sondern auch direkt vor unserer eigenen Haustür.
Der Fall Barschel ist der Beweis dafür, das auch in der “Neuzeit” Verbrechen verschleiert werden können.









Am 11. Oktober 1987 gegen 12.30 Uhr entdeckten zwei Reporter den Ex-Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein Uwe Barschel (43) tot in seiner Badewanne im Genfer Hotel “Beau-Rivage”.

4 Wochen zuvor wurde seine politische Karriere beendet, als “Der Spiegel” einen Skandal aufdeckte, an dem Barschel beteiligt war.
Reiner Pfeiffer, Barschels Medienreferent, hatte ausgesagt Barschel habe ihn veranlasst Björn Engholm durch eine anonyme Anzeige wegen Steuerhinterziehung in Verruf zu bringen, auch über sein Sexualleben sollte er Informationen einholen.



Barschel vermutete eine Verschwörung gegen sich und wollte Dokumente über die
Affäre von einem Informanten “Robert Roloff” erhalten.
Am 12. Oktober wollte Uwe Barschel in Kiel vor dem Untersuchungsausschuss aussagen.
Am 11. Oktober war Barschel mit seinem Informanten verabredet. Niemand weiß was in dieser Nacht passierte. Fakt ist nur. Barschel wurde tot in seiner Badewanne aufgefunden, anscheinend trat der Tod durch eine Medikamentenvergiftung ein.
Es gibt tatsächlich Menschen die Serien wie “Akte-X” für absoluten Schwachsinn halten. Nun die Autoren eines solchen Unterhaltungsprogammes werden sicherlich ihrer Phantasie freien Lauf lassen, jedoch basieren viele Fälle auf wahren Begebenheiten.
Doch nicht nur in den USA passieren Dinge, die man nicht aufklären kann – oder soll – sondern auch direkt vor unserer eigenen Haustür.
Der Fall Barschel ist der Beweis dafür, das auch in der “Neuzeit” Verbrechen verschleiert werden können.
Am 11. Oktober 1987 gegen 12.30 Uhr entdeckten zwei Reporter den Ex-Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein Uwe Barschel (43) tot in seiner Badewanne im Genfer Hotel “Beau-Rivage”.
4 Wochen zuvor wurde seine politische Karriere beendet, als “Der Spiegel” einen Skandal aufdeckte, an dem Barschel beteiligt war.
Reiner Pfeiffer, Barschels Medienreferent, hatte ausgesagt Barschel habe ihn veranlasst Björn Engholm durch eine anonyme Anzeige wegen Steuerhinterziehung in Verruf zu bringen, auch über sein Sexualleben sollte er Informationen einholen.
Barschel vermutete eine Verschwörung gegen sich und wollte Dokumente über die Affäre von einem Informanten “Robert Roloff” erhalten.
Am 12. Oktober wollte Uwe Barschel in Kiel vor dem Untersuchungsausschuss aussagen.

Am 11. Oktober war Barschel mit seinem Informanten verabredet. Niemand weiß was in dieser Nacht passierte. Fakt ist nur. Barschel wurde tot in seiner Badewanne aufgefunden, anscheinend trat der Tod durch eine Medikamentenvergiftung ein.
(c) logray

Werde Prophet – werde Gott!

Geschrieben 2001 für das ZYN! Magazin
An dem anschaulichen Beispiel von “Fiat Lux” möchten wir zeigen wie einfach es sein kann, totalen Schwachsinn in die Welt zu blasen, ein Gesicht zu ziehen wie nach einer Darmspiegelung und trotzdem noch Millionen zu scheffeln….. Nicht immer muß man das Rad neu erfinden, es reicht auch manchmal sich anzusehen mit welchem einfachen aber genialen Konzept andere arbeiten.
Eine Automarke? Eine neue Hautcreme? Nein, Fiat Lux….

Die Schweizerin Erika Bertschinger- Eicke (geb. 1929) nennt sich selbst “Uriella”. Nachdem die rüstige Dame 1973 von einem Pferd gefallen ist behauptet sie nun in Volltrance würde “Jesus Christus” durch sie sprechen. An dieser Stelle wäre es sinnvoll zu bemerken das es besser wäre er würde mal mit ihr reden.
Nachdem Jesus Christus seit fast 2000 Jahren, trotz oder gerade wegen seiner Wiederauferstehung, beharrlich schweigt, so ist es doch auf eine friedvolle weise beruhigend zu wissen, das er seit dem 07.05.1977 wieder von sich hören lässt und zwar durch Uriella,
“Hey!” wird der geneigte Leser nun meinen, “was können wir von der Dame lernen?” …. ok, fangen wir an:
Hat man ersteinmal irgendwelchen empfangenen Unsinn geschwafelt und eine Herde hirnloser Irrer um sich versammelt, die nicht eine Sandale hochhalten sondern weiße Klamotten zum Zeichen der Zugehörigkeit tragen, stellt man REGELN auf. Immerhin möchte man ja als Prophet oder Gottheit angesehen werden.
Regeln: Uriella ist das “Sprachrohr Gottes”, daher sind ihre “Offenbarungen”
Absolut richtig und nicht hinterfragbar.
Mitglieder haben sich den Offenbarungen und Ordensregeln unterzuordnen. Es muss weiße Kleidung getragen werden (nur Dash wäscht soooo weiß) Reinlichkeit, Sexualität und Ernährung werden vorgeschrieben, TV, Radio und Presse sind Tabu Nun kann man natürlich in der Gilde der “Heiler und Helfer” nicht aufgenommen werden, ohne die “alle Krankheiten heilende Medizin” auf den Markt zu werfen. Immerhin muss ja Geld verdient werden, denn der tägliche Besuch beim Friseur, die schicken weißen Klamotten, das Waschpulver und der Daimler in der Garage wollen bezahlt werden.
Heilung: Also stellt sich Uriella, immer dann wenn das Geld knapp wird, vor ihre Badewanne und rührt 21 Minuten in dem eingelaufenen Wasser rum um im “Linksdrall” “kosmische Heilstrahlen” einzurühren.
Diese einfache und praktische Herstellung von Arzneimittel, welches natürlich auch gegen jede Krankheit hilft. Ätherampullen, die 1989 sichergestellt wurden, enthielten eine gewöhnliche Kochsalzlösung, mit der AIDS, Multiple Sklerose und andere Dinge geheilt werden könnte … so Uriella.
Seht ihr liebe Ärzte?! Da habt ihr Jahrelang Kochsalzlösung in euren Krankenhäusern, DAS Allheilmittel … und was macht ihr draus? Schade schade.
Das eine Jüngerin von Uriella starb, obwohl sie nur diese Wundermittelchen geschluckt hatte war bestimmt Gottes Wille – aber so ist das nunmal in einem Wirtschaftsunternehmen – die schwachen bleiben auf der Strecke.
Natürlich muß eine so werbewirksame Kampagne wie der Tod eines Mitgliedes natürlich medienmäßig auszunutzen. In Interviews gilt es nun, jeden kritischen Kommentar im Keim zu ersticken und dazu gehören ja nuneinmal dumme Antworten.
Zum Beispiel wäre da die Theorie der “neuen Erde” die die Aliens schon für uns gebaut haben. Aliens? Nix Roswell, Nix Area 51, die Typen liegen am Pool unter den Kappen in ihren riesigen Raumschiffen und frieren sich die Schwän… ähm, naja irgendwas halt ab und warten auf den großen Knall.
Der große Knall nun wieder ist etwas, das man erfindet um seinen Jüngern mal ein bisschen Angst zu machen. Denn nichts anderes kann die Bewohner der Erde vor dem sicheren Tod bewahren, als an Uriella und ihre wüsten Prophezeiungen zu glauben. Was? Nicht genug? Na, da schauen wir doch mal:
Zitate aus einer Presseerklärung von FIAT LUX:
Aufgrund der früheren Offenbarungen und Hinweise in der letzten Botschaft vom 26.7.98 unseres WELTENLENKERS, gehen wir von folgendem Ablauf aus: Im August 1998 werden
- der Mord einem wichtigen Regierungsoberhaupt,
- der Weltbörsencrash mit dem anschliessenden Zusammenbruch der Wirtsc zufolge Computerviren, sowie
- der Einmarsch der Russen in Deutschland erfolgen
Nach 3 Monaten wird ein Meteorit in die Nordsee fallen. Die davon betroffenen Küstenländer werden für immer im Meer verschwinden. Die menschliche Strategie wird nicht aufgehen, den Meteoriten mit Atomwaffen von seiner Bahn abzulenken, denn Engel werden dies mit magnetischen Kraftstrahlen verhindern. Eine mehrere hundert Meter hohe Flutwelle wird sich mit Jet-Geschwindigkeit ausbreiten. Weltweit werden Vulkane explodieren, auch jede in der Eifel. Durch ein Seebeben wird ein unter dem Meer angelegtes Atomkraftwerk explodieren. Kalifornien und Los Angeles und Hollywood werden im atlantischen Ozean verschwinden. Diese Tragödie wird sogar von Wissenschaftlern erwartet.
Das wissen wir an den Propheten von heute zu schätzen. Lauter gute Nachrichten. Aber, Moment mal, 1988 ist doch längst vorbei? Kein Thema, nie um eine Ausrede verlegen, daran kann man sich ein Beispiel nehmen! Denn “Gott hat uns noch eine Chance” gegeben, ist doch eine Aussage, die im Kern einmalig und an Einfachheit kaum zu überbieten ist!
Jetzt wissen wir übrigens, wo die Hollywood-Leute ihre dummen Ideen für Filme haben, in denen man mit Atomraketen auf wehrlose Meteoriten schießt.
Natürlich wurden immer wieder weitere Weltuntergänge vorausgesagt … was soll man sagen. Die Frau, eine Mischung aus Oma Hilde von nebenan und “ich will in eine geschlossene Anstalt” hat kommerziellen Erfolg und DAS ist es was zählt.
Schalten Sie auch nächstes mal wieder ein, wenn es da heißt: “Scientology — mehr als nur Gehirnwäsche!”
(c) logray

Sylvesterspass in Tschernobyl

Geschrieben 1999 für das ZYN! Magazin
Sylvesterspass in Tschernobyl
…aber denken Sie nur einen kleinen Moment an Igor Poporow, dem Techniker in Tschernobyl II. Es ist der 31.12.1999 23:50 Uhr russischer Zeit. Igor sitzt wie immer an seinen 30 Jahre alten Schaltpulten und beobachtet viele, wirklich viele Lämpchen. Ein einzelnes von ihnen, welches unter größten Anstrengungen versucht ein bedrohliches Blinken hervorzubringen, doch wegen der Stromunterversorgung und der jahrelangen Vernachlässigung durch unterbezahlte und nicht gerade arbeitswillige Wartungstechniker nicht mehr als ein düsteres glimmen hinbekommt, versucht ihn auf einen Fehler aufmerksam zu machen.

Die Systeme laufen schon seit vielen Jahren zuverlässig, wenn man einmal von dem kleinen Zwischenfall 1986 absieht. Es ist ja nicht wirklich etwas passiert, zumindest sagt das die Regierung. Und die vielen Kinder mit 3 Armen oder zwei Köpfen sind halt eine Laune der Natur.
Ein alter Computer, der über ein marodes Kabel in dem völlig unüberschaubaren Netzwerk der Kernkraftanlage hängt und von seinem Benutzer seit Monaten nicht mehr angefasst wurde, jedoch für den Abgleich von Systemabläufen Verantwortung trägt, durchläuft sein tägliches Routineprogramm. Durch die mangelnde Pflege und durch den Umstand, das man zwar ein Atomkraftwerk betreibt, aber nicht weiß, wie Atomuhr geschrieben wird, ist der Rechner nun der Ansicht, es sei 10 Minuten später … und komischerweise der 01.01.1900.
Das System der Marke Robotron schließt daraus, das es keinen weiteren Grund gibt, das Routineprogramm fortzuführen und beendet einige Unterprogramme.
23:52 Uhr
Ein rotes, jungfräuliches Lämpchen ringt um Aufmerksamkeit. Wild blinkend versucht es, auf den Umstand hinzuweisen, dass sich eine Kontrollanlage für Überdruckventile abgeschaltet hat. Dies hätte bei einem Kochtopf nur zur Folge, dass sich der Deckel ein bisschen hebt und Dampf abgelassen wird. Bei einem Atomkraftwerk, vor allem bei einem, das mit der heißen Nadel gestrickt ist und nicht einmal den Absturz einer Papierschwalbe überstehen würde, sieht die Sache ein bisschen anders aus. Einige, hübsch zischende Gase, suchen sich einen neuen Weg und finden ihn im maroden Werk aus Metall, Steinen und dem, was ein Gebäude normalerweise zusammenhalten sollte.
23:53 Uhr
Ein leichtes Vibrieren ist im Gebäude zu spüren. Igor kratzt sich am Kopf und schaut zur Kontrolltafel. Müde schaut er von links nach rechts und registriert hier und da ein blinkendes Lämpchen, nichts ungewöhnliches, denn die meisten sind eh kaputt.
23:54 Uhr
Eine Einzelne Gehirnzelle im Großhirn bemerkt, was Igor entgangen ist. Zwischen den vielen blinkenden und kaputten Lämpchen schimmerte eines in einem bedrohlichen ROT. An seinen Besitzer appellierend und die Fahne der Erkenntnis schwingend macht sich diese Zelle auf, seine Kameraden zu alarmieren.
23:55 Uhr
Das Gemäuer ächzt und stöhnt. Igor hat das Lämpchen bemerkt. Nachdem er in einen Teil des technischen Handbuchs geschaut hat (der Rest war nicht mehr auffindbar und dürfte als Klopapier geendet sein), läuft er zur Schalttafel um sich die Sache genauer anzusehen. Mit den Fingern schnippt er ein paarmal gegen das Lämpchen um professionell einen Wackelkontakt auszuschließen. Mit einem leisen Ping geht das Lämpchen kaputt. Igor ist beruhigt, es ist aus.
23:56 Uhr
Selbst in 10 Kilometern Entfernung ist ein leichtes Glimmen zu erkennen. Niemand macht sich Sorgen, so was macht sich gut am Abendhimmel und sicherlich hat sich die Regierung etwas besonderes einfallen lassen. Ein Feuerwerk, oder eine abendliche Beleuchtung um der MIR zu zeigen, das man an sie denkt.
23:57 Uhr
Victor Stremakow, Schichtleiter von Tschernobyl, schwankt durch die Tür in die Schaltzentrale. Teils benommen von radioaktiven Dämpfen, teils durch den schwankenden Boden. “Alles in Ordnung?”, fragt er, “alles in Ordnung!”, antwortet Igor. “Es kann ja nix passieren, keine roten Lampen”, “jaja, keine roten Lampen”, entgegnet Victor. In dem Beipackzettel zum Schaltpult von Tschernobyl stand “achten sie auf rote Lämpchen, sie zeigen eine Gefahr an” weiter unten war dann zu lesen, “wenn das rote blinken aufhört, ist es überflüssig, sich Sorgen zu machen, dann ist es zu spät”. Beruhigt schauten der ehemalige Kolchhosenleiter Victor Stremakow und sein Untergebener, der ex-Euter-Entleerungs-Angestellte, zur Kontrolltafel und gingen wieder ihrem Nichtstun nach.
23:58 Uhr
Das rote Telefon schellt. Ein Vertreter des russischen Präsidenten wird darauf aufmerksam gemacht, das man am Horizont ein grelles Leuchten erkennen könne und demnach ein UFO auf russischem Boden gelandet sein müsste. Die Armee wird in Alarmbereitschaft versetzt, Experten werden informiert. Menschen stehen auf den Straßen um dieses Licht am Horizont zu bewundern.
23:59 Uhr
Ein Sicherheitsunterprogramm des alten Robotron ist zu der Ansicht gelangt, das irgend etwas nicht stimmen kann. Da der alte, mit einem XT vergleichbare Rechner, dieser schweren Aufgabe nur mit einem Single- Task begegnen kann, stehen sämtliche Control- Meldungen bis zu einem erneuten Checklauf auf Hold. Beinahe wäre im die Meldung entgangen, das der Kühlapparat nicht nur platzen, sondern, da keinerlei Druckausgleich geschaffen wurde, explodieren könnte. Im letzten Moment siegte die Logik des Robotron, die ihm dazu verhalft, die wichtigsten Systeme auf “normal” zu schalten und den sofortigen Druckausgleich einzuleiten. Alle großen und wichtigen Systeme haben zwar das Jahr 1900″, verrichten aber, der Logik gehorchend ihren Dienst.
00:00 Uhr
Ein kleiner, eigentlich unscheinbarer, unwichtiger Computer, den einer der Techniker als “High-Tech” importiert und gespendet hat, versehen mit einem Betriebssystem aus Redmond, schaltet sein Datum auf 00. Im Netz überzeugt er nun mehrere kritische Systeme von seiner Sicht der Dinge. Die meisten Systeme ignorieren dies … aber nicht alle.
00:01 Uhr
Victor und Igor werden aus dem Schlaf ins Jenseits befördert ohne aufzuwachen. Sicherlich hätte eine taghelle Explosion die Bewohner der umliegenden Dörfer aus dem Schlaf gerissen, wenn nicht diese gewaltige Druckwelle alles dem Erboden gleichgemacht hätte.
00:02 Uhr
Im Kreml erhält man einen Anruf, das Russland angegriffen wird. Ohne nachzufragen gibt man den Befehl zum Rückschlag, die Frage “gegen wen?” wird nicht gestellt, es gilt global das Gesicht zu wahren.
00:03 Uhr
Die Welle der Zerstörung trifft die ersten Großstädte, aber keinerlei Widerstand. Übrig bleiben nur ein paar Steine, hier und da mit einer Essenz von Eingeweiden oder verbranntem Fleisch.
00:04 Uhr
Die ersten Raketen machen sich auf, den 3. Weltkrieg zu beginnen. Leider können die Techniker am Boden den grandiosen und einwandfreien Aufstieg und Flug nicht verfolgen, da die Bodenstationen kurz nach dem Start zwar noch im Prinzip vorhanden waren, aber in klitzekleinen Teilchen über die Lande verstreut lagen.
00:05 Uhr
Auf den Radarschirmen tauchen die Raketen auf, in vielen Ländern werden hastig irgendwelche roten Knöpfchen gedrückt über denen dann ein rotes Licht erscheint, welches einem mit roter Schrift auf rotem Untergrund bestätigt, das man es gedrückt hat ….
00:06 Uhr
Russland… oder das was davon übrig ist, hat nun Ähnlichkeit mit Feuerland. Viel Nichts, aber es brennt.
00:07 Uhr
Die Astronauten der MIR freuen sich über ein grandioses Spektakel, welches, so glauben sie zumindest, zu ihren Ehren abgehalten wird.
00:08 Uhr
Unter anderem einige skandinavische Länder verabschieden sich mit einem lauten Knirschen aus der Geschichte der Welt. Die Druckwelle, die eigentlich hätte irgendwann an Druck verlieren müssen, war recht dankbar, weitere Atomkraftwerke zu finden … und verschlang sie mit einem leisen Rülpsen auf dem Weg.
00:09 Uhr
In Asien war man ebenso überrascht wie in Polen, als die Menschen durch ein Blobb aus dem Leben gerissen wurde. Unter anderem ging bei unseren Nachbarn die größte Sammlung gestohlener Daimler in Flammen auf.
00:10 Uhr
Tränen bei den Astronauten der MIR und alles nur, weil man an sie denkt. Nun sehen sie aus verschiedenen Ländern, sogar aus dem Irak, Raketen aufsteigen. An Bord der MIR wundert man sich nur, dass diese alle nicht in der Luft, sondern erst am Boden explodieren. …
00:15 Uhr
Es ist still. Zumindest auf der Erde. Denn es ist nichts mehr da, was Krach machen könnte. Nun ja, bis vor ein paar Minuten war wirklich eine menge los. Raketen schlugen ein, ganze Kontinente wurden ausgelöscht, das Leben auf der Erde in einem gewaltigen Konzert von Licht- und Soundeffekten ausgelöscht….
00:016 Uhr
Auf einem kleinen Planeten lehnen sich kleine grüne Männchen in ihre Sessel zurück. “Ach, das war ja wieder ein Schauspiel!”, “ja, grandios, diese, wie heißen sie noch? Erdlinge?, “ja, vor ein paar Millionen Jahren dieser Riesenknall, wo der Planet so lustig von einer Rauchwolke umhüllt war!”, “ja und diese lustigen kleinen Spielzeuge, die immer darum kreisen”, “aber heute, das war ja unübertroffen …. hoffentlich machen die so etwas bald wieder …”
© logray

Google it!!

Manchmal denkt man wirklich man hat es nur mit Leuten zu tun, die darauf warten, dass man Ihnen alles was sie benötigen auf einem Silbertablett serviert. Das gilt auch für Informationen.

Mit gerade vierzig Jahren ist man noch nicht wirklich alt und kann sich sehr gut daran erinnern wie es auf der Schule oder später auch auf der Berufsschule war. Wer Informationen brauchte und niemanden zur Hand hatte, den mann fragen konnte, musste sich diese auf einem Weg beschaffen, die immer mehr in Vergessenheit gerät…. in einer Bibliothek.

Um die jüngeren Leser an dieser Stelle einzufangen …
das sind große Räume mit vielen Regalen. In diesen Regalen wiederum stehen sehr viele, zumeist auch alte und vergriffene Bücher. Man nimmt ein solches mit an eine Theke und kann es ggfs. mitnehmen …. zum Beispiel in einer Stadtbibliothek. Oder man setzt sich still in eine Ecke und ackert ein solches Werk durch, bis man die gewünschte Information gefunden hat … und diese schreibt man natürlich (handschriftlich) ab.
Ein solches Unterfangen war nur mit dem Einsatz von Zeit machbar…. denn man musste ja irgendwie hin und wieder zurück sowie die gewünschte Information abschreiben (ein Segen waren die ersten Kopierer in solchen Einrichtungen!).
Und heute? Die Schüler jammern über Hausaufgaben, über nicht verstandene Aufgaben … und die eigenen Kinder kommen mit schlechten Arbeiten nach Hause und reden sich raus “ich wusste nicht wie das geht” … “im Buch stand nix” … “da habe ich gefehlt” … und so weiter. Es ist erschreckend, wie wenig die “jungen Leute” aus ihren Möglichkeiten machen.
Telefon, Handy,  PC, InternetFlatRate, das alles steht zusätzlich zu den damals auch vorhandenen Mitteln zur Verfügung… ”Jaja” - mag man meckern – “telefonieren konnte man damals schon”. Richtig aber “damals” war die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, mit der Straßenbahn in die Stadt geschickt zu werden um es in einem Buch nachzulesen, wenn man seinen Eltern mitteilte, warum man den Schulkollegen anrufen wollte.
Wissen ist heute SO EINFACH zu besorgen. In Entwicklungsländern sitzen die Kinder mit Wissenshunger auf dem Boden und lauschen ihrer Lehrerin, in anderen Länden riskieren Frauen und Mädchen ihr  Leben dafür um an etwas  Bildung heran zu kommen ….
Ich glaube, die Generation, die mit diesem Überfluss an Möglichkeiten aufwächst weiss diesen Luxus und Komfort nicht ansatzweise zu schätzen und geht sehr großzügig damit um. Wenn man sich andere – aufstrebende – Länder ansieht … DORT haben die jungen Generationen verstanden, das man in einer globalen Welt nur bestehen kann, wenn man die Chancen und Möglichkeiten auch zu seinem Vorteil nutzt.
www.google.de, WikiPedia  oder viele andere Quellen … doch die wenigsten nutzen diese wirklich für sich gewinnbringend ein.
Leider merkt man im Berufsleben vielen Menschen an, das diese nicht in der Lage sind Informationen zu beschaffen, aufzuarbeiten oder damit richtig umzugehen.
(c) logray
© (c) Ulrich Stamm
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